Kontrolle, ein Zustand der Angst

Kontrolle, ein Zustand des Verstands oder eher ein Verlangen, alles im Leben geplant und geordnet zu haben. Jeden Schritt voraussehen zu können, damit dieser ja nicht abweichen kann und das Leben seine eigenen Schritte geht. So, wie es eigentlich sein sollte. Nur, was ist schon so, wie es sein sollte, wenn wir es andauernd zu etwas machen, was es eigentlich nicht ist?

In welcher Hinsicht, zeigt uns das Leben, dass wir alles kontrollieren müssen, um voranzukommen? Kontrolle ist ein äußerlicher Einfluss, der auf uns wirkt, damit unsere Nähe, das menschliche Sein, verloren geht. Kontrolle ist ein Zustand in deinem Verstand, der Dir sagt, es muss alles so verlaufen, wie geplant. Wie Zahlen, Rhythmen, Daten und dergleichen. Aber können wir alles voraussehen und jeden Schritt planen? Viele glauben daran, ja. Viele meinen, es wäre die sicherste Methode von allen, um zu kontrollieren. Aber ist das Leben? Wir wollen unsere Gefühle, unsere Gedanken, die Karriere und Freizeit, Freunde, Familie, Verwandte und Bekanntschaft, alles wollen wir strikt kontrollieren und in Planung halten. Alles muss seinen Lauf nehmen und für diesen Lauf würden wir ein großes Stück von uns selbst abgeben und aufgeben. Nur wenn wir das tun, ist dieser Lauf sicherlich nichts Natürliches, sondern erzwungen. Kontrolle ist erzwungen. Wir erzwingen Dinge, indem wir kontrollieren, nur um uns dessen sicher zu fühlen. Denn wir meinen die Kontrolle zu haben, wenn wir die Kontrolle über andere besitzen. Nur der Grundgedanke reicht dazu nicht aus. Kontrolle und zu kontrollieren sind verschiedene Dinge. Sich bewusst zu sein, was man denkt und wie man es denkt, ist nicht dasselbe, wie einen Gedanken zu kontrollieren. Das eine ist reines Verständnis zu dir selbst und eine Ebene, auf der du dich triffst und verstehst. Das andere ist gezwungenermaßen ein Versuch, sich zu verstehen, ohne dass man es wirklich tut. Der Kontrollzustand sagt lediglich aus, dass wir Angst davor haben, dass uns jemand durchschaut. In dem Moment, wo wir etwas kontrollieren wollen, zeigen wir, wie viel Angst in uns steckt, es nicht zu tun.

Aber ich sage euch mal etwas, wir können nicht alles kontrollieren, niemand von uns. Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich auch zur Kategorie „Kontrolle und Verstand“ gehört. -Und es ist ein langer Lernprozess, den man hier antritt. – Bis mir jemand sagte: „Lass es fließen“, „Mach es so, wie du es denkst und es für richtig hältst“ und das waren zwei Sätze, die wirklich viel Last von meinen Schultern genommen haben. Ich möchte nicht alles planen und kontrollieren, dann lebt mein Leben nicht mehr und erstickt in den Dingen, die ich gar nicht will. Und dann stellt sich die Frage: Willst Du das? Möchtest Du, dass Dein Leben an Dir selbst erstickt, weil Du es nicht zulässt, seinen eigenen Lauf zu nehmen?

Denke einmal über Dich selbst und diese Verwirklichung von Dir nach. Ist es das wert, sich noch mehr Lasten aufzutragen, als schon nötig? Brauchen wir vollständige Kontrolle, um uns zu verstehen und ein Leben zu leben, was wir uns wünschen? Ich meine nicht und was meinst Du?

In Liebe,

deine Mara Flor

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Wer entscheidet über unsere Wahrnehmung?

Wer entscheidet über unsere Wahrnehmung? Über das, was du denkst und was du zu sehen vermagst? Sind es Einflüsse von außen, dein Verstand, oder die Realität? Diese Frage ist überhaupt nicht leicht zu  beantworten, denn wer sagt uns was ‘Richtig‘ und was ‘Falsch‘ ist? Wer sagt uns was ‘Recht‘ und ‘Unrecht‘ ist, oder ‘Sinn‘ und ‘Unsinn‘? Das kann uns nämlich niemand sagen!

Weder ein Gesetzbuch, noch irgendwelche Handhabungen von Regeln, oder familiäre Traditionen etc.

Denn diese Dinge sind abhängig von deiner eigenen Sichtweise. Dem, was du kennst und was nicht. Solches, was du für dich selbst herausgefunden hast. Manche würden das wohl auch als Moral oder Werte bezeichnen, das ist jedem selbst überlassen. – Mal abgesehen davon, dass unser Wort System eine reine Synonymie ist und zwischen jedem Satz eine neue Auslegung und Interpretation gefunden werden kann, ist das Verständnis dafür nicht dasselbe, wie es verstanden zu haben. Und das stellt zwar im Vordergrund kein Problem dar, allerdings belässt es damit jedem eine oder mehrere offene Türen. Das hört sich vielleicht nicht schlimm an, doch es ist ein Grundfaktor für eine nicht so gelungene Kommunikation, wie man sich es wünschen würde. Und dann wird sich genau über das ausgelassen, aber ändern will kaum einer etwas daran.

Solange wir nicht wissen, welche Einflüsse auf uns einwirken, wie wollen wir dann verstehen, wie wir etwas wahrnehmen? Geschweige denn einen Unterschied zwischen ‘Richtig‘ und ‘Falsch‘, ‘Recht‘ und ‘Unrecht‘, oder ‘Sinn‘ und ‘Unsinn‘ feststellen. Ich kann nicht einfach versuchen alles gleichzustellen, wenn es Dinge gibt, die überhaupt nicht verschiedener sein könnten. Denn Äpfel vergleicht man ja nun Mal auch nicht mit Birnen. Und Feuer und Wasser sind zwar beides Elemente, aber Grund auf verschieden in ihrer Auslebung der Form, der Masse und des Nutzen. Also wer sich im Klaren über all das sein möchte, sollte nicht nur die Spitze des Eisbergs betrachten, sondern das Unterleben, welches ebenfalls dort herrscht.

In Liebe,

eure Mara Flor

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Wer fühlt, der lebt.

Es ist fast schon erschreckend, wie nah unsere Emotionen beieinander liegen, auch wenn wir sie als gegensätzlich auffassen. Es sollte vielleicht eher faszinierend sein. So wird Liebe und Hass gleichgestellt. Glück und Trauer werden mit demselben verbunden.

Doch sind wir uns eigentlich bewusst, dass sie nicht dasselbe sind? Sie können aus den gleichen Situationen hervorgehen. Durch dieselben Menschen können diese Emotionen entstehen. Dennoch sind sie nicht gleich. Es verbindet sie etwas, ja. Emotionen und Gefühle können nun mal leicht beeinträchtigt werden. Sie werden so oft manipuliert und benutzt. Allerdings machen sie uns menschlich. Und das wiederum macht uns verletzlich. Und wer will schon verletzt werden? Vor allem in einer Welt, wo das so schamlos ausgenutzt wird. Und dann fragen wir uns, wieso so viele Wesen ihre Menschlichkeit verloren haben. Wo die Empathie geblieben ist, die Liebe eben.
Aber Gefühle zu zeigen, seine Emotionen auszuleben, ist das, was uns zu einem Menschen macht. Es führt uns zu einer gesunden Menschlichkeit. Sie zu unterdrücken, oder gar nicht zu beachten, schadet uns in diesem Sinne also nur selbst.
Jeder von uns drückt sich anders aus, jeder fühlt anders. Ein Gefühl wird zwar verallgemeinert, indem man sagt: „Ich freue mich.“, „Ich bin glücklich.“, „Ich bin traurig.“ – Aber wie jemand diese Situation erlebt, dieses Gefühl versteht, kann keiner verallgemeinern. Denn da sind wir unterschiedlicher denn je.
Auch wenn wir sie nicht immer zeigen, uns nicht zugestehen, sie ’nur‘ im Inneren ausleben, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. Und dass man sie nicht fühlen kann.

Denn Stille kann laut sein. Lauter als jeder Schrei eines Wutausbruchs, lauter als jede Freude vor Glück.
Die Stille ist diejenige, die uns zu Vernunft bringen kann, uns einen anderen Weg bringt, wenn wir zu laut denken. Aber sie kann uns niemals unser Gefühl nehmen, denn das ist einfach da. Es zeigt, dass wir menschlich sind. Es gehört zu uns.

In Liebe,
deine Mara Flor

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