Und vielleicht kennst du mich
als Mara Flor.
Vielleicht aber auch als Malla oder gar nicht und das ist auch okay.
Dann lernst du mich eben jetzt erst kennen.
Eine kleine Vorwarnung: Dieser Blogbeitrag wird nicht so sein, wie all die vorherigen, die du vielleicht so von mir gewohnt bist. Aber das ist nicht weiter schlimm.
Also lass uns anfangen:
Bisher hatte ich immer einen Grund zum Schreiben. Über Themen, die tiefer unter die Haut gehen, weil sie berühren und zum Nachdenken anregen sollten. Zumindest war das bisher immer meine eigene Intention und der Anreiz hinter meinen Zeilen, die ich so veröffentlicht habe. Tja und dann? Dann habe ich eine Schreibblockade entwickelt. Über Monate hinweg und das hat mich persönlich ziemlich geschlaucht.
Denn einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben ist vor etwas über einem Jahr von uns gegangen – meine Oma. Meine Oma, die mich stets bei allem unterstützt und geliebt hat. Die mir Ihre Meinung, Kommentare und Ansichten, ganz unverblümt, mitgeteilt hat. Die, all das hier immerzu für gut befunden hat. Und dann war sie plötzlich weg. Und ich denke es geht vielen Menschen so, dass man sich taub fühlt, weil etwas nicht mehr so ist, wie vorher. Weil da etwas fehlt und eine Lücke entstanden ist, ganz egal warum. Und das ist der Grund, weshalb ich das hier mache. Weil sie zu mir sagen würde, dass es richtig sei, eben ein Teil von mir.
Also, nochmal zum Anfang: Das hier ist mein Blog. Mein „maraflorblog“ und hier stecken so viele Geschichten drin, die ihr alle vielleicht gar nicht sehen könnt. Einige, die mich wiederum schon seit ein paar Jahren begleiten, wissen da vielleicht schon mehr. Aber es ist meine Geschichte und nun habe ich das Bedürfnis sie umzuschreiben. Vielleicht ist das für euch irrelevant, vielleicht interessiert es euch auch gar nicht, aber auch das wäre okay. Denn ich mach das hier für mich. Und ich denke, das ist die erste Lektion, die ich euch dieses Mal mitgeben möchte.
Mach es für dich selbst, nicht für andere. Finde keinen Grund für ein Warum, sondern mach es, wenn es dich glücklich macht.
Und wo ist jetzt mein roter Faden?
Das kann ich euch sagen.
Es geht um die Tatsache, etwas zu tun, wenn man den Sinn danach hat.
Sich zu trauen, selbst wenn man Zweifel hat.
Einfach zu leben und zu genießen.
Das zu machen, was man selbst für richtig hält, in einer Welt, in der ständig alles nur bewertet wird.
Ob das jetzt so richtig ein roter Faden ist, weiß ich gar nicht so genau. Aber vielleicht spielt das auch gar keine Rolle. Deshalb erzähl ich euch einfach mal so das, was mir in den Sinn kommt und was bisher so geschehen ist.

Also, das ist mein Blog:
Begonnen habe ich hiermit als ich Dreizehneinhalb Jahre alt war, die erste Planung des Blogs, Beiträge, die von mir noch nicht sofort veröffentlich wurden. Ich habe schreiben schon immer geliebt – Geschichten, Philosophie, Metaphysik und all das, was so dahintersteckt. Es ist und war schon immer eine eigene Welt für mich – die mich überzeugt hat, das Worte mehr als nur Buchstaben sind und das man Ihnen mit dem richtigen Ausdruck einen eignen Zuspruch gibt. Ich hatte ständig ein Aber, bevor ich diesen Blog hier veröffentlicht habe. Ein Aber für meine Meinung, meine Persönlichkeit, meine Gedanken. Ein Aber für „Was denken die anderen darüber?“. Was wenn die Leute das hier nicht lesen, wenn es sie schlichtweg nicht interessiert?
Nun und soll ich euch was sagen? Das ist mir mittlerweile ziemlich egal. Denn es wird immer einen Grund geben, etwas nicht zu tun. Es wird immer einen Grund für ein „später“ geben. Eine Ausrede. Ein „Aber“.
Nur ist das für mich nicht Grund genug etwas aufzuschieben und Nein zu sagen.
Also sag mir doch mal: Warum sollte ich es nicht tun? Warum solltest du nicht?
Wenn du es nicht magst, lies nicht weiter. Wenn es dir nicht zusagt, ist das in Ordnung.
Mein Blog war für mich bisher immer so die Möglichkeit meine tiefsten Gedanken, vor allem zur Gesellschaft, zu äußern und ein Gehör in dieser großen weiten Welt zu finden.
Nun, aber wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Das hat mir letztens erst wieder jemand gesagt und irgendwie habe ich diesen Satz ganz tief in mir gefühlt.
Denn das Leben verändert sich und nichts bleibt still, so wie ich es schon ganz oft in meinen Blogbeiträgen geteilt habe. Das Leben ist ein ständiger Wandel der Polarität und das eine schließt das andere nicht einfach aus. Es gibt kein schwarz und weiß und Schubladen engen doch irgendwie nur ein. Es existiert zusammen, weil es immer einen Ausgleich gibt. Und das ist mein Blog für mich. Ein Ausgleich zum Alltag, in dieser großen weiten Welt, in der sich irgendwie jeder versucht selbst zu finden und manche daran knallhart scheitern. Und wenn ich ganz ehrlich bin, denke ich, ganz oft ist der Grund dafür, dass es viel zu oft nicht mal versucht wird. Das Menschen sich einfach nicht trauen.
Angefangen mit meinem Blog hat das alles, als mein damaliger Ethiklehrer uns dazu ermutigt hat, nicht immer alles nur in schwarz oder weiß zu betrachten – dass es eben manchmal ein „Dazwischen“ gibt und das es auch in Ordnung sei.
Nun und auf einem einfachen Spaziergang mit meiner Mama kam die Idee auf: „Veröffentliche doch deine Texte und Gedanken.“ Und das war „nur“ ein mach doch, versuch es, probier es.
Was kann schon schiefgehen?
Und daraus wurde eine kleine Welt für mich, die stets gewachsen ist. Von Bildern begleitet, habe ich hier viel ausprobiert. Geschrieben. Emotionen geteilt und Menschen kennengelernt. Mich vernetzt und kommuniziert. Habe die Chance erhalten eine Weile für zwei Natur-Magazine zu schreiben und meine Texte, samt Bildern, zu veröffentlichen. Mich weiterzubilden und zu lernen, von Menschen, die das täglich machen: Autoren, Redakteure, Fotografen. Wurde zu einer Podcast-Folge eingeladen, für Magazinartikel interviewt und durfte auf einem großen Seminar Menschen und Ihre Meinungen kennenlernen. Ich durfte mich persönlich weiterentwickeln und die Chance nutzen ganz viel auszuprobieren und das alles als ich gerade mal siebzehn, achtzehn, neunzehn war.
Tja und dann, dann kam ein Wandel in meinem Leben. Dieser typische Film-Moment, wenn irgendwie alles nicht mehr so ist, wie es einmal war. Für mich richtig dramatisch. Nicht unbedingt schlecht, aber eben anders als vorher.
Der Alltag hat mich eingeholt, weil die Fantasie immer zu groß war und die Realität zu weit weg. Bis sie plötzlich da war. Eigentlich etwas flach, wenn man so darüber nachdenkt, dass es ja nur der „Alltag“ war. Aber vielleicht kennt das der ein oder andere.
Eine Zeitlang habe ich mich hinter meinen Worten versteckt, ich wollte nicht in das doofe Arbeitsleben rein und fand es noch viel zu früh, um mich für etwas zu entscheiden, was ich mein restliches Leben weiter machen sollte.
Ich wollte mich nicht festlegen.
Denn Alltag bedeutet Monotonie. Etwas, was sich wiederholt und abgestumpft ist. Keinen Funken bereithält und uns alle irgendwie gleich macht. Nicht mehr besonders und eigen. Zumindest dachte ich das immer. Aber mittlerweile denke ich, dass man zu einem gewissen Grad selbst dafür verantwortlich ist, wie man das Leben sieht und was man daraus macht – auch aus dem Alltag. Denn das gehört dazu.
Aber dann habe ich meinen Faden verloren, den Fokus, den Bezug zum Schreiben. All das, was ich nicht wollte, ist plötzlich eingetreten und das hat mich richtig wütend gemacht. Es hat mich enttäuscht, ich habe mich enttäuscht: Dass etwas einfach so weg sein kann, weil man sich nicht mehr darum bemüht. Und das kommt davon, wenn man den Blick auf all das richtet, nur nicht mehr das Wesentliche.
Das, was einen selbst glücklich macht.
Nun und dann ist meine Oma gegangen. Eine natürliche Erfahrung, die jeder Mensch irgendwann machen muss. Nur war ich darauf irgendwie noch nicht vorbereitet und ich denke, darauf kann man auch niemals wirklich vorbereitet sein. Denn Liebe vergeht nicht, auch nicht, wenn jemand plötzlich nicht mehr da ist. Die Erkenntnis darüber, dass sich die Welt einfach so weiterdreht, ohne, dass man es selber möchte – das ist etwas, was schmerzhaft ist. Denn man selbst bleibt stehen.
Still stehen in einer Zeit, in der es noch in Ordnung war.
Denn das Thema Verlust wird irgendwie nie wirklich behandelt, es ist etwas, womit man eben klarkommen muss. Weil Trauer eben wieder vergeht und Schmerz ja mit der Zeit heilt.
Zumindest denken das immer so viele Menschen.
Vielleicht ist das auch so, vielleicht auch nicht. Ich denke, das ist ziemlich individuell und wird sicher noch ein Thema sein, was ich nochmal für sich behandeln werde.
Meine Oma würde jetzt sagen „Mädchen, du findest mal wieder die richtigen Worte“ und vielleicht sind sie richtig, vielleicht eben auch nicht. Vielleicht fehlt hier der rote Faden, vielleicht ist es auch genau richtig so, wie es ist. Wer weiß das schon?
„Vielleicht“ ist eben ein starkes Wort, weil man dann keine Entscheidung treffen muss.
Doch der springende Punkt ist, dass es in Ordnung ist.
Das Veränderungen in Ordnung sind.
Also möchte ich nun etwas verändern.
Auch hier auf meinem Blog.
Erinnert ihr euch an den Satz „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“?
Vor zwei Jahren habe ich meine Ausbildung als Mediengestalterin Digital und Print in der Fachrichtung Printmedien begonnen und jetzt würde ich mal ganz frech behaupten, dass ich darin eine kleine Leidenschaft entdeckt habe. Früher habe ich meinen Blog immer strikt von mir als Mensch getrennt. Ich war „Mara“ und „Mariam“ und für meine Freunde oder Familie sogar noch „Malla“. Mir war nie wirklich bewusst, dass ich damit zwei komplett natürliche Welten von mir getrennt habe und damit auch immer ein Stück meiner Persönlichkeit der anderen Welt vorenthalten habe.
Nun, aber ich bin eben nicht nur einer dieser Menschen, sondern alle drei. Verrückt, laut, komisch, humorvoll und kreativ. Ich liebe es zu lachen, Menschen kennenzulernen und Kreativität in den kleinsten Dingen zu finden. Bin tollpatschig, verpeilt und trotzdem total strukturiert und ordentlich. Verliere mich schnell in Details und Gedanken, die zu wenig ausgelebt werden. Das bin ich. Ein Mensch mit vielen Fassetten und jemand, der einfach nur das machen möchte, woran er Spaß hat.
Also habe auch ich dazu lernen müssen: vor allem, dass man Dinge kombinieren und entwickeln kann. Dass sich Kreativität in so vielen Formen ausleben kann. Dass Design zum Beispiel etwas ist, was bewusst zusammenspielt, wenn man gewissen Elementen einen bestimmten Raum gibt und sie die Möglichkeit haben, gemeinsam zu wirken. Und das ist etwas, was ich mindestens genauso sehr liebe wie das Schreiben.

Jetzt habe ich mich dazu entschlossen meinen Blog zu verändern und meine Welten eben nicht mehr getrennt zu halten.
Wenn ich schon in meiner eigenen Wortwelt lebe und Design bewusst mehr miteinbringen möchte, warum das dann nicht einfach verbinden und eine Brücke dazwischen schaffen?
Ich möchte also meinem Blog eine neue Richtung verleihen und ihn endlich wieder zu etwas machen,
für das ich voll und ganz einstehe.
Es wird sicherlich nicht perfekt, aber das soll es auch gar nicht werden.
Ehrlich und authentisch reicht mir vollkommen aus.
Was ich dann genau alles umsetze, weiß ich noch nicht so genau, auch wenn ich schon viel recherchiert habe und meine Ideen nur so überquellen. Zur Struktur, dem Aufbau und den zukünftigen Themen werde ich auch noch nicht viel mehr verraten, das ist etwas, was sich mit der Zeit ergibt. Aber meine Website bekommt auf jeden Fall ein neues Design, weit weg von dem Jetzigen.
Jeder, der mich schon seit 2019 begleitet, weiß, dass ich ganz anders angefangen habe und
dass das hier eine Hundertachtzig-Grad-Wende ist.
Aber ich denke, das ist auch in Ordnung so.
Es muss nicht immer alles gleich bleiben.
Vielleicht ist es anders, aber anders bedeutet nicht immer schlechter.
Nun, um zum Abschluss zu kommen:
Hey, ich bin Mariam und ihr kanntet mich bisher immer nur unter dem Namen Mara.
Ich bin einundzwanzig Jahre alt und ich liebe es zu schreiben.
Aber auch alles, was Kreativität beinhaltet und das sind eben auch Design und Fotografie.
Ich versuche euch ab sofort auf meine Reise mitzunehmen. Nicht mehr die Reise, die ich damals begonnen habe, aber ich kann euch definitiv versichern, dass es immer noch nicht langweilig werden wird. Und wenn dir das gefällt, dann bist du hier genau richtig.
Also ja, geh verdammt nochmal deinen eigenen Ideen nach und sei so verrückt. Probiere es aus. Spring eben ins kalte Wasser. Entweder es funktioniert oder nicht. Ganz egal was all die anderen sagen. Es ist deine Entscheidung. Nur deine. Nicht die, von jemand anderem.
Und dafür solltest du dich niemals rechtfertigen müssen.
Sei gespannt, denn ich bin es auch.
In Liebe
Deine Mara Flor,
Deine Mariam

